Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst alle "Maßnahmen der […] zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz". Diese etwas allgemeine Definition der Betrieblichen Gesundheitsförderung in der Luxemburger Deklaration wird durch die Verknüpfung dreier Handlungsfelder konkretisiert. Es geht um die Verbesserung der Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen, die Förderung einer aktiven Mitarbeiter/-innenbeteiligung und die Stärkung persönlicher Kompetenzen. Die Vision der Betrieblichen Gesundheitsförderung BGF ist die Entwicklung einer Gesunden Organisation.
Die Betriebliche Gesundheitsförderung hat in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Aufschwung erfahren. Das ist eine Reaktion auf die Veränderungen in der Arbeitswelt. Beispielsweise sind die Kunden-Anforderungen an Produkte und Dienstleitungen sehr viel komplexer geworden und unterliegen einer erheblichen Dynamik und hohen Qualitätsanforderungen. Diese Ansprüche schaffen einen steigenden inhaltlichen und organisatorischen Anpassungsdruck bei den Beschäftigten. Weitere Herausforderungen für Unternehmen bzw. deren Beschäftigten sind:
Die dargestellten Herausforderungen erfordern Investitionen in gesunde Arbeitsbedingungen. Dabei ist es offensichtlich, dass einzelne Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen gesundheitsrelevanten Verhaltens wie Rückenschulen oder Raucherentwöhnungsprogramme nicht ausreichen. Vielmehr ist ein ganzheitlicher Ansatz gefordert, der in der Unternehmenskultur verankert ist und damit sowohl die Arbeitsumgebung und -organisation als auch das Wohlbefinden der einzelnen Beschäftigten berücksichtigt. In diesem Sinne wird die Gesundheitsförderung auch immer als Prozess der Personal- und Organisationsentwicklung verstanden und sollte nicht erst seit der Einführung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) mit Diversity-Management und Disability Management Aspekten verknüpft werden . Die folgende Abbildung stellt einige Ansatzpunkte zur Entwicklung einer Gesunden Organisation dar.
Wie die Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung konkret in einzelnen Unternehmen gestaltet werden können, hängt ganz entscheidend von deren Ausgangssituation ab. Es gibt unterschiedliche Instrumente und Quellen, um diesbezüglich einen Überblick zu bekommen. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsplatzanalysen, Mitarbeiterbefragungen oder AU-Daten von Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Das Ziel sollte es sein die Ergebnisse der Maßnahmen in einem betrieblichen Gesundheitsbericht zu fixieren.
Aus diesen Ergebnissen können dann Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung abgeleitet werden. Diese sollten immer unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise durch einen Gesundheitszirkel entwickelt werden. Der Gesamtprozess wird durch ein Steuergremium (Arbeitskreis Gesundheit) koordiniert.
Im Rahmen des Projektes D-Quadrat Management hat die MA&T Unternehmensberatung aus Magdeburg eine praxisnahe Qualifizierung für Disability- und Diversity-Manager entwickelt und erprobt, in der Personalverantwortliche unter anderem Kompetenzen zur Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung erwerben können.